Dienstag, September 13, 2016

Zu viel Empathie?


Schon immer war ich eine Person, die nachhängt. "Was wäre, wenn.. " oder "hätte ich doch nicht dies oder jenes getan." Selbst, wenn etwas schon lange vergangen ist. Manches grämt mich sogar noch nach vielen Jahren. So sehr, dass einige Überlegungen ein großer Bestandteil in meinem Kopf sind. Dann wünsche ich mir, ich könnte dieses Grübeln abstellen. Einfach den Schalter im Kopf auf Stille umschalten. Doch das Gegenteil ist der Fall, ich sauge die Gedanken wie ein emotionaler Schwamm auf. Nicht nur mein eigener Ballast schwirrt in mir umher und verfolgt mich. Gleich neben meinem persönlichen Gefühlsmüll liegt der Haufen von anderen Menschen. Menschen, die mir nahe stehen oder die ich sogar nicht mal kenne. Durchaus kann es dann schon mal vorkommen, dass ich diese Schwere in mir ein paar Tage mit herumschleppe. 

Wäre es denn besser, nicht alles an mich heranzulassen? Es gab schon einige Momente in meinem Leben, da wünschte ich mir etwas härter im Nehmen zu sein und nicht alles an mich heranzulassen. Ereignisse einfach an mir abperlen zu lassen. Doch möchte ich wirklich so sein, wie viele Gefühlsanalphabeten da draußen, denen es immer leicht fällt alles an anderen auszulassen? Mit Bestimmtheit würde es mir dann oft besser gehen. Doch möchte ich wirklich ein Mensch mit emotionalen Defiziten sein? Nein! Denn ich weiß genau, Fühlen kann schön sein und bringt eine wichtige Eigenschaft mit sich: Empathie! 




Kommentare:

  1. Gefühle an sich heranlassen, auch wenn das nicht immer einfach ist, empfinde ich als ganz wichtige Eigenschaft. Sie macht uns "menschlich" und liebevoll. Auch wenn es manchmal weh tut. Und ich glaube, abschalten kann frau das sowie so nicht, wenn sie so gestrickt ist.
    Ich lasse auch vieles nah an mich ran- und das ist auch gut so.
    Liebe Grüße
    Andrea

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  2. Guten tag liebe! I know well what u are talking about is something I do feel as well. I dont think I wont ever lose this side of my personality, even though my brain is like no stop, I like my empathy and I feel blessed to have it. :) Enjoy your day and have a good week ahead mein freund, hugs! xo

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  3. I enjoy being me so I will never lose that and being considerate to other with some understanding to their circumstance their its nothing wrong with that.

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  4. Ich bin ebenfalls kein glatter Fels, an dem alles abprallt. Mir ist es jedoch auch wirklich sehr wichtig, mich mit bestimmten Dingen auseinanderzusetzen, ebenso wie der Versuch, mich in andere Menschen hineinzuversetzen. Dadurch lerne ich aber immer wieder viel über mich und über das Leben. Nur diese "Hätte ich doch/doch nicht"-Gedanken, die brauche ich nicht, der Blick nach hinten ändert ja schließlich nichts mehr... Höchstens, um mit entsprechender Schlussfolgerung manches zukünftig besser zu machen.

    Wir sind zum Glück keine seelenlosen Roboter, sondern Menschen mit Gefühlen - und darüber bin ich froh...

    Ich wünsche Dir noch einen schönen Abend!

    Hasi

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    1. Stimmt liebe Hasi,
      eigentlich sollte man nicht bereuen. Zu ändern ist es eh nicht mehr. Und doch, aus Fehlern lernt man und kann es versuchen, das nächste Mal besser zu machen.
      Liebe Grüße an dich, Cla

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  5. Empathy is such an important trait to have. Sometimes it can make you happy but other times it can make you sad, depends on the situation I guess. A lot of people are unable to empathise with others and that is always a shame. Have a wonderful week Cla.

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  6. Ich finde, mitfühlend zu sein, ist grundsätzlich eine sehr schöne Eigenschaft. Allerdings kann man sich auch nicht das Leid der Welt auf die Schultern binden. Das ist nicht gut für die Seele.
    Bei manchen Themen muss ich mich regelrecht zwingen, das Gedankenkarussell abzustellen, das automatisch in Gang gesetzt wird, auch wenn ich die Personen nicht kenne. Von daher weiß ich sehr gut, was du meinst.

    Aber lieber zuviel Empathie als zuwenig.

    Lieben Gruß
    Sabine

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  7. Ob das, was Du schreibst nun mit "zu viel Empathie" zusammenhängt, würde ich zwar nicht unterschreiben, aber ich weiß ganz genau, was Du meinst. Ich mache mir auch "möglichst" Gedanken um alles und jeden und musste lernen, das in Einzelfällen abzustellen, da ich die Welt eh nicht allein verbessern kann, wenn so viele andere es nicht wollen oder können oder sich wie Ar...löcher benehmen. Inzwischen gucke ich tasächlich bei vielen Sachen auch weg (reiner Selbstschutz), aber sobald etwas ins nähere Umfeld rückt, geht's wieder los. Vom Grübeln über eigenen Gefühlsmüll (schönes Wort!) ganz zu schweigen. "Du machst Dir viel zu viele Gedanken" höre ich STÄNDIG! Ich weiß auch, dass es ungesund und zudem überflüssig ist, da Grübeln im Allgemeinen nichts ändert und einen selbst nur runterzieht, aber einfach abstellen geht halt nicht, wie Du ja auch weißt. - Ich übe jedoch weiter, denn ohne die viele Grübelei geht's einem oft tatsächlich besser. Und man würde auch nicht direkt zum emotionalen Zombie mutieren. ;)

    Lieben Gruß
    Gunda

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    1. Liebe Gunda,
      genau so meine ich das auch. Um alles, auch was auf der Welt passiert, mache ich mir Sorgen und Gedanken. Das kann einen schon auffressen. Das Abschalten und Wegschauen habe ich noch nicht im Griff. Das geht auch nicht wirklich. Man kann nur versuchen, damit umzugehen und nicht auffressen lassen.
      Viele Grüße Cla

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  8. Das Gefühl sich nicht distanzieren zu können, kenne ich sehr sehr sehr gut. Ob ich Zeitung lese oder Radio höre oder auch nur im Bekannten- und Freundeskreis herumschaue ... es gibt so vieles, das mich traurig macht. "Weinst du schon wieder, Mama?" - wie oft höre ich das meine Kinder sagen. Ich weine wirklich viel und oft, und das obwohl ich im Grunde ein fröhlicher Mensch bin.

    Aber ich will diese "Gefühligkeit" dennoch nicht missen wollen. Gefühlskälte ist für mich keine Alternative.

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  9. PS: Mit dem Nachhängen von längst Vergangenem hat das aber meines Erachtens gar nicht so viel zu tun. Denn das wiederum tue ich gar nicht. Oder nur sehr sehr selten.

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  10. Liebe Cla, ich kenne das auch sehr gut... Ich versuche mich auch ständig, in andere Menschen hineinzuversetzen... Das hilft mir in vielen Situationen oft, manche Reaktionen oder Ereignisse besser zu verstehen. Allerdings nicht immer und dann setzt das Grübeln ein... und lässt mich auch nimmer los... und wenn ich dann über die Welt im Allgemeinen nachdenke und was unseren Kindern noch alles bevorsteht, dann könnt ich darüber fast irre werden... Hab nen schönen Abend liebe Cla... herzlich, Conny

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  11. Liebe Namensschwester, ich kann deine Gedanken sehr gut nachvollziehen und finde es sehr wichtig, nicht alles was einen berührt nahe heran kommen zu lassen. Mit ist deshalb nicht weniger empathisch, aber man schützt sich selber. Man kann sich auch im privaten Bereich einer professionellen Psychohygiene bedienen, ohne die Menschlichkeit und Gefühle für andere zu verlieren. Liebe Grüße aus Salzburg, Claudia

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