10 Minuten Aufenthalt in Ingolstadt

Kennt ihr Ingolstadt? Nein? Ich auch nicht! Also nicht wirklich. Auf meiner Reise an den Starnberger See hatte ich unlängst mit meinem Zug 10 Minuten Aufenthalt in Ingolstadt. 10 Minuten standen wir auf dem Gleis und ich hatte genau 10 Minuten Zeit, Menschen und Momente auf dem Bahnhof in Ingolstadt einzufangen. 

Zwei Gleise entfernt von mir steht ein Mann im mittleren Alter. Er trägt einen Anzug und hat ein paar langstielige rote Rosen in der Hand. Auf wen er wohl wartet? Wer ist die glückliche Person, die diese roten Rosen entgegennehmen darf? Auf der anderen Seite des Gleises läuft lachend ein Mann auf eine alte Frau zu. Sie strahlt auch über das ganze Gesicht und sie fallen sich herzlich in die Arme. Ist das Mutter und Sohn? Dann gibt es noch diese Gruppe von Jugendlichen die, je mit einem 6er Pack Bier in der Hand, zu den Treppen schlendern, die zum Ausgang führen. Am Treppenrand steht eine ältere Frau mit sperrigem Gepäck. Spontan schnappt sich einer der jungen Leute den schweren Koffer und trägt ihn der Dame nach unten. 

So vieles zieht an einem vorbei. Die Fantasie darf sich alles ausmalen, und doch kann alles ganz anders sein. Der Rosenprinz wartete, statt auf seine Prinzessin, auf einen Prinzen. Die Jungs waren der alten Dame nicht wirklich behilflich, sondern habe ihren Koffer am Ende der Treppe geklaut und die ältere Frau und der jüngere Mann sind nicht Mutter und Sohn, sondern ein Liebespaar.  


Beobachtet ihr auch öfters andere Menschen und überlegt wo sie hingehen, wo sie herkommen, welche Gedanken, Freude und Sorgen sie mit sich tragen?




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16 Kommentare

  1. Anonym
    März 17, 2015 / 6:01 am

    Bin schon länger eine treue Leserin ihres Blogs…bin 35 Jahre…uuuuuuuuuuuuuuuuund aus Ingolstadt!
    Hach…herrlich. So klein ist die Welt *lacht
    Übrigens…Ingolstadt ist DIE AUDI-STADT…und Ingolstadt hat das tolle Ingolstadt Village, in Ingolstadt entstanden die Illuminaten und in Ingolstadt wurde auch das bayrische Reinheitsgebot für Bier erlassen 😉 …und und und
    Liebste Grüße aus Ingolstadt
    Tanja

    • März 17, 2015 / 4:08 pm

      Liebe Tanja,
      schön auch eine Leserin aus Ingolstadt zu haben. Die von Ihnen aufgezählten Attraktionen in Ingolstadt waren mir auch bekannt. Nur das mit dem Reinheitsgebot für Bier war mir neu. Liegt vielleicht auch daran, dass ich keine Biertrinkerin bin. 🙂
      Irgendwann werde ich sicher mal die Gelegenheit haben, mir Ingolstadt genauer anzuschauen.
      Einen lieben Gruß Cla

  2. März 17, 2015 / 8:06 am

    Morning Cla! Ingolstadt must be a very cute city, you have to know that I have a huge passion for Germany in general and when I was a kid I also tried to learn the language by myself but with no success!:P Btw, stations are always a place with much inspiration, love to see people that go and come, each of them have their own story 🙂 As well as the airport, another fav place of mine. HAve a lovely week my liebe, bacioni! xo

  3. Anonym
    März 17, 2015 / 8:16 am

    Liebe Cla,
    mich faszinieren Menschen und Situationen auch sehr. Es ist spannend bewußt zu erleben, welche Gedanken man sich ausmalt und wie die eigene Fantasie entsteht.. Ich glaube, dass die Smartphons uns etwas von dieser Wahrnehmung der ummittelbaren Umgebung nehmen, erwische mich selbst oft dabei, aber dann denke ich, dass ich die Situationen in der Ferne, am anderen Ende der Leitung, genauso fasziniert und neugierig aufnehme… das ist aber hier ein anderes Thema 🙂

    Stelle mir jetzt vor, wie du am Bahnhof stehst, in voller Vorfreude auf die Bloggerdamen, und deiner Fantasie freien Lauf gibst…

    Liebe Grüße
    Irina (Irispatzle)

  4. März 17, 2015 / 9:58 am

    I love how you use a metaphor on the vision from fantasy to reality and so true some thing are not what it seems and we just wish it was just to make it more positive. Excellent post.

  5. März 17, 2015 / 2:51 pm

    Liebe Cla, das ist ein ganz wundervoller post… Ich mache das auch – ich liebe es zum Beispiel in einem Café zu sitzen, und die Leute zu beobachten. Da lass ich auch meiner Fantasie freien Lauf … und die Gedanken schweifen … so wie Du. Ich wünsche Dir noch einen schönen Dienstag, lieber Gruß – Conny

    A Hemad und a Hos

  6. März 17, 2015 / 8:39 pm

    Liebe Cla, in Ingolstadt habe ich 5 Jahre gelebt, studiert, geheiratet und meine große Tochter ist dort geboren. Und als mein Mann (damals noch mein Freund) dort seine Diplomarbeit geschrieben hat, gab es die ein oder andere Willkommens- und Abschiedsszene gegeben. Aus Geldmangel ohne langstielige Rosen aber mit viel Gefühl.
    Aber seitdem ich dort weggezogen bin, war ich nur noch zweimal dort.
    Liebe Grüße
    Andrea

    • März 17, 2015 / 8:52 pm

      Wie schön liebe Andrea. Dann habe ich heute bestimmt einige romantische Erinnerung bei dir geweckt. Und für gefühlvolle Momente braucht man eh nicht unbedingt rote Rosen. 🙂
      Liebe Grüße Cla

  7. Ich kenne die Stadt selbst nicht, habe aber in der Familie jemand mit Verbindung dorthin. Tja, gute Frage … einerseits reizt das schon, Menschen zu beobachten, andererseits denke ich, mögen manche es nicht, wenn man sie beobachtet, deshalb schaue ich meist dann doch schnell wieder weg. Aber da der Blick ohnehin immerfort auch von allein wandert, da wir ja nie nur einen Punkt ständig anstarren können, schaut man wohl automatisch immer einmal wieder in die eine oder andere Richtung.

    Viele Grüße
    Sara

  8. März 17, 2015 / 9:24 pm

    Such a beautiful post and so true. I often sit in places just watching the world go by, using my imagination to guess what people are doing, saying or what their relationship is with other people. the funny thing is that people will be doing that about me as well. I'd love to know what people are thinking about me and my life when they are people watching me. Hope you're having a lovely week Cla

  9. März 18, 2015 / 12:21 pm

    Liebe Cla, Du hast Dein Kopfkino perfekt auf's Papier gebracht. Ähhhm – beschrieben. Ich kenne das auch sehr gut, gerade bei Bahnreisen bin ich wie unter einer Käseglocke und lasse nicht viel nah an mich heran, nehme aber meine Umgebung und andere (fremde) Menschen intensiver war, als im teilweise hektischen Alltag. Liebe Grüße, Bärbel ☼

    • März 18, 2015 / 6:22 pm

      ach, jetzt sehe ich ja erst, dass ingolstadt gar nicht so einen bahnhof hat wie wir, sondern dass du unseren zeigst 😉 lg aus berlin ☼

    • März 18, 2015 / 6:58 pm

      Gut erkannt liebe Bärbel. 😉 Das Foto von Ingolstadt ist leider nicht so gut geworden. Dafür mag ich dieses Bild von Berlin recht gerne. 🙂
      Gruß Cla

  10. März 18, 2015 / 5:26 pm

    Liebe Cla,
    ich kenne Ingolstadt, nicht nur vom Durchfahren. Es ist eine ganz schnuckelige bayrische Kleinstadt mit einem interessanten Museum. Aber das nur nebenbei.
    Deine kleine Haltestellen-Geschichte gefällt mir sehr. Ich beobachte auch gerne, im Lokal, im Straßencafé. Am Schönsten ist es, wenn ich meine Beobachtungen mit jemand teilen kann und wir gemeinsam eine Geschichte weiter spinnen. Danke deshalb für Teilhaben lassen.
    Lieben Gruß
    Sabine

  11. März 18, 2015 / 8:30 pm

    Such a beautiful post–I had to put it into google translate, but you have such beautiful words!

    <(') Hoda | JooJoo Azad

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