Wie fotografiere ich Fashion-Fotos für den Blog?

Kennt ihr das, wenn ihr alte Fotos von euch anschaut und euch entsetzt fragt, was ihr euch dabei gedacht habt? So erging es mit unlängst, als ich auf einen meiner alten Blogposts gelandet bin. Davon mal abgesehen, dass mein Schreibstil ziemlich holprig war, waren auch die Fotos eine Katastrophe. Aufgenommen mit dem IPhone in meinem ehemaligen Büro, wirkte das alles sehr unprofessionell. Doch das Bloggen war für mich neu und viele Blogs mit Frauen meiner Generation, gab es zu der Zeit nicht, um mir dort Tipps zu holen. So peinlich einige alte Posts von mir auch sind, ich lasse sie stehen. Dieser laienhafte Anfang gehört zu meinem Blog einfach dazu, zeigt es doch auch meine Weiterentwicklung. Was als Hobby begann, hat sich zu einem kleinen, erfolgreichen Unternehmen entwickelt. Mit dem Fortschreiten des Blogs, hat sich auch der Anspruch für meine Fotos erhöht. Von den Handy-Aufnahmen bin ich irgendwann auf eine gute Spiegelreflexkamera umgestiegen, um schön fotografierte Fashion-Fotos für den Blog zu produzieren. Da mich immer mal wieder Fragen von euch erreichen, wie ich denn meine Fotos fotografiere, kam ich auf die Idee für den heutigen Blogpost. Wer sich jetzt eine Einführung in die Fotografie erhofft, den muss ich enttäuschen. Der Beitrag ist eher für Anfänger gedacht, die mit einer Kamera aus dem mittleren Preissegment typische Fashion-Fotos erstellen möchten.

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Meine erste Kamera war eine Canon EOS 400D, die ich gebraucht auf Amazon gekauft habe. Heute ist es eine Canon EOS 600D, auch diese habe ich aus zweiter Hand erstanden. Neu kostet dieses Modell ca. 580 €, ich habe um die 340€ bezahlt. Wobei der Body der Kamera eigentlich zweitrangig ist, viel wichtiger ist das Objektiv. Hier setze ich auf das EF 50mm Objektiv F/1.8 STM, welches es in drei verschiedenen Lichtstärken gibt (preislich zwischen 100 – 1.400€), je nach Blende. Für Fashion-Fotos reicht nach meiner Meinung ein Objektiv mit einer Blende von f1,2 – f/2,4, das man für 120€ kaufen kann. Die Zahl der Blende sagt aus, wie lichtstark das Objektiv ist. Umso kleiner die Zahl, desto lichtstärker ist sie und somit auch geeignet für schlechte Lichtverhältnisse – Zudem kann auch mehr Schärfentiefe entstehen. Die Blende ist manuell einstellbar und wird auf der Kamera mit f angezeigt. Die Blende ist, neben ISO und Belichtungszeit, die wichtigste Funktion. Mit der Blende wird die Unschärfe im Bild bestimmt. Je kleiner das f eingestellt ist, um so unschärfer ist der Hintergrund bzw.wird das Foto heller.

Eine weitere Einstellung, die für Helligkeit beiträgt, ist die Belichtungszeit. Je niedriger hier die eingestellte Zahl ist, um so länger ist die Kamera offen – sprich, das Foto wird heller. Für mehr Helligkeit im Bild gibt es auch noch die ISO-Einstellung. Hier ist es genau andersherum: je höher die Zahl, desto heller wird das Foto. Wenn die Lichtverhältnisse tagsüber sehr gut sind, stelle ich den ISO auf 100 – Ganz selten gehe ich bis 400. Wird der ISO sehr hoch eingestellt, werden die Bilder körnig.

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Meistens stelle ich meine Kamera auf M (Manuel) ein und passe die Blende, den ISO und die Belichtungszeit an. Wer sich bei der Einstellung noch nicht so sicher fühlt, sollte erst mal die Av (halbautomatik) Einstellung nehmen. Diese Funktion passt die Belichtungszeit selbst an und ihr braucht nur die Blende je nach Helligkeit ,,öffnen“. Sind die Lichtverhältnisse gut, lasse ich auch hier den ISO so niedrig wie möglich.

Um eine große Auswahl an Fotos zu haben, stelle ich die Kamera grundsätzlich auf ,,Reihenaufnahme“ ein. So entstehen Bilder in unterschiedlichen Bewegungen. Da ist es auch nicht so tragisch, wenn ich mal blöd schaue oder wieder mal die Augen zu habe – Was mir relativ oft passiert. Manchmal lasse ich über 400 Bilder schießen, um am Ende 10 brauchbare zu haben. Doch ich gebe zu, ich bin da etwas pingelig. Zudem bewege ich mich zu oft, wenn ich fotografiert werden. Praktisch dafür ist die Einstellung der Option ,,Al Servo“. Hier müsst ihr nur das Motiv vor der Bewegung fokussieren, indem ihr den Abdrückknopf leicht antippt. Dadurch wird die darauffolgende Bewegung scharf gestellt.

Egal, ob ich im ,,M“ oder ,,Av“ Modus fotografiere, die genauen Einstellungen teste ich an der Location immer vorher gut aus. Dafür bitte ich meine Fotografin (Freundinnen oder Tochter), sich an meiner Stelle zu platzieren und ich probiere unterschiedliche Varianten der Einstellungen aus. Wenn wir dann die Parts tauschen und ich werde zum Model, bitte ich die Fotografin, mich aus unterschiedlichen Winkeln aufzunehmen. Dafür geht meine Fotografin nicht nur in die Hocke, sondern legt sich auch mal auf den Boden. Das Fotografieren aus dieser Position zaubert lange Beine.

Mein größter Feind beim Fotografieren von Fashion-Fotos ist das Wetter. Ich kann mich nicht entscheiden welche Bedingungen die übelsten sind. Regen, Schnee oder Wind. Selbst das Fotografieren in der direkten Sonne ist nicht vorteilhaft. Bei strahlendem Sommerwetter empfiehlt es sich, Fotos morgens ganz früh oder gegen Abend zu machen. Am besten werden meine Bilder, wenn es windstill und leicht bewölkt ist. Doch das Blogger-Leben ist nicht immer ein Wunschkonzert und das Wetter muss man nehmen wie es ist. Bis ich die wichtigsten Funktionen meiner Canon herausgefunden habe, hat es etwas gedauert. Tipps habe ich mir auf YouTube geholt und von Fotografen, mit denen ich schon Shootings hatte. Wenn ich viel laufen muss, wie bei Städtetrips, ist mir meine Canon 600D zu schwer. Dafür habe ich mir die kleine, handliche Canon Powershot G7X MarkII angeschafft. Diese Kamera ist auch praktisch für Blogger-Events. Denn auch hier habe ich keine Lust auf schwere Last. Die Kamera macht tolle Bilder, hat die gleichen Einstellungen wie meine große Kamera und passt sogar in die Handtasche. Für Fashion-Fotos ist sie ebenso super geeignet.  (Und nein, ich habe keine Kooperation mit Canon)

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Eine gebrauchte Canon 600D gibt es bei Amazon*. Dort findet ihr auch das Objektiv EF 50mm F/1.8 STM* und die kleine handliche Canon Powershot G7X Mark II*. Diese Kamera macht generell schöne Fotos.

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Ihr wollte mehr über das Bloggen erfahren? Dann könnte dieser Beitrag für euch interessant sein.

 

 

 

 

10 Kommentare

  1. Claudia
    März 24, 2019 / 7:09 am

    Hallo liebe Cla,
    iich finde solche Posts immer interessant, weil man durch sie ein bisschen hinter die Kulissen gucken kann.
    Für ältere laienhafte Fotos und Posts braucht man sich nicht zu schämen. Ich finde es schön, wenn nicht alles so perfekt daher kommt und macht den anderen eher Mut, wenn man sieht, dass man auch mal laienmäßig angefangen hat.
    400 Bilder und die Ausbeute nachher 10, da hast du aber viel „Sichtungsarbeit“ zu leisten. Ich glaube, die Geduld hätte ich gar nicht, mir so viele Fotos anzugucken.

    Meine erste „bessere“ Kamera war auch eine Canon. Ich habe und mag sie immer noch, ist bestimmt über 30 Jahre alt und natürlich eine Analogkamera. Mein Mann hat mir vor ein paar Jahren eine kleine Digitalkamera geschenkt, die ist um einiges leichter und handlicher. Macht auch schöne Fotos und hat viele Funktionen, die ich immer noch nicht alle weiß. ^^ Aber für meine Alltagsfotos ist sie genau richtig. 🙂
    Liebe Grüße
    Claudia

    • Claudia
      März 25, 2019 / 8:26 am

      Übrigens, das wollte ich schon länger mal schreiben:
      du hattest mal vor einiger (längerer) Zeit eine kleine Kaffeemaschine vorgestellt, in die ich mich direkt verliebt hatte wegen des Designs James Rizzi.
      Ich bin dann ziemlich schnell los und habe sie gekauft. Ich freue mich immer noch mehr am Design als an der Maschine an sich. Aber meinem Mann konnte ich keine größere Freude machen als mit der kleinen Kaffeemaschine. 🙂 abends immer noch eine Tasse Café crema oder Espresso, sein Ritual.
      so, das wars auch schon – gar nicht passend zum Thema 😉
      viele Grüße,
      Claudia

    • claudia
      Autor
      März 25, 2019 / 9:11 pm

      Hihi, ich glaube ich kenne auch nur einen Bruchteil der Funktionen meiner Kamera. Oftmals hole ich mir Tipps auf YouTube. So eine alte analoge Kamera besitze ich auch noch. Die hebe ich aus sentimentalen Gründen auf.
      Freut mich zu hören, dass du mit deiner Kaffeemaschine zufrieden bist. Und das Ritual deines Mannes kann ich verstehen. So ein ähnliches habe ich ja mit meinen Kollegen (ich nenne sie sie auch zärtlich meine ,,Espresso-Boys“). So kleine Angewohnheiten, sind doch unsere täglichen, kleinen Glücksmomente.
      Ganz lieben Gruß Cla

  2. Sabine
    März 24, 2019 / 8:26 am

    Mit den manuellen Einstellungen tue ich mich immer schwer 🙈 aber ich übe, denn fotografieren liebe ich.
    Für Outfit Fotos fehlt mir der Fotograf, deshalb werden es dann doch meistens nur Selfies😀

    Schöne Grüße, Sabine

    • claudia
      Autor
      März 25, 2019 / 9:15 pm

      Liebe Sabine,
      es haut bei mir auch lange gedauert, bis ich den Dreh mit der manuellen Einstellung hatte. Übung macht den Meister. 😉
      Viele Grüße
      Claudia

  3. Hasi
    März 24, 2019 / 12:36 pm

    Interessant, mit welchem Aufwand und Kniffe Deine Bilder hier entstehen. Kein Wunder, dass so ein Blog alleine schon wegen der Photos so viel Zeit beansprucht. Das tolle Ergebnis, dass Du hier präsentierest, ist aber auf jeden Fall den Aufwand wert. Und es stimmt schon, die frühen Blogposts waren – ganz allgemein gesagt und nicht nur hier! – doch noch eine andere Welt. Aber egal, was man macht: Alles muss am Anfang mit ersten kleinen Schritten beginnen. Die Fertigkeiten und Möglichkeiten kristallisieren sich dann schon mit der Zeit heraus. Daher finde es super, dass Deine alten Blogposts weiterhin bleiben dürfen.
    Schönen Sonntag und liebe Grüße
    Hasi

  4. März 24, 2019 / 3:07 pm

    Oh ja die Fotos. Ich fotografiere auch mit Canon. Ich probiere mich aber auch noch so durch. Sarah stellt gern manuell ein, sie kann das auch ganz gut, nur manchmal ist halt das Licht einfach nicht zufriedenstellend.Zur Not Automatik und Blitz. Ich habe an der 80D jetzt die Möglichkeit zwei Programme mit Voreinstellungen zu belegen und zu speichern. Das habe ich jetzt mal gemacht, eine Einstellung für helle Tage und eine Einstellung für dunklere Tage. Mal sehen ob ich damit einigermaßen hinkomme. Deine Fotos sind klasse und ich finde es aber auch schön, daß Du die alten Posts lässt. Sie gehören irgendwie doch auch dazu.;)
    Liebe Grüße und einen schönen Sonntag, Tina

    • claudia
      Autor
      März 25, 2019 / 9:18 pm

      Liebe Tina,
      unsere jungen Töchter haben uns was voraus, sie kommen mit technischen Dingen besser und schneller zurück. 😉 Bei mir hat es auch etwas gedauert.
      So eine Möglichkeit, Einstellungen zu speichern, finde ich klasse. Vielleicht kann das ja meine auch, nur ich weiß nicht. ;))
      Herzlichen Gruß Cla

  5. März 25, 2019 / 9:54 am

    Hallo liebe Cla,
    danke für den Bericht. Ich habe vor kurzem auch eine EOS 2000d geschenkt bekommen. Und beschäftige mich seit dem mal mehr und mal weniger mit den Funktionen. Beim Lesen deines Berichts ist mir wieder so einiges aufgefallen. Danke!

    Leider fehlt mir oft der Fotograf bzw. die Fotografin. Ansonsten macht mir das Fotografien riesiegen Spaß. Ich habe früher schon gerne fotografiert. Hatte das aber sehr lange vernachlässigt.

    Deine Fotos sehen immer sehr professionell aus.

    Liebe Grüße
    Isabella

    • claudia
      Autor
      März 25, 2019 / 9:05 pm

      Liebe Isabella,
      das Problem mit dem Fotografen kenne ich. Zum Glück habe ich inzwischen eine gute Lösung gefunden. Meine Freundinnen machen das alle sehr gerne.
      Danke für dein Kompliment zu meinen Fotos, das freut ich sehr.
      Lieben Gruß Cla

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