Erinnert ihr euch auch noch an Geschichten aus der Kindheit?

Die Tage habe ich an eine Geschichte aus meiner Kindheit gedacht. Obwohl das schon sehr lange zurückliegt, bestimmt fast 50 Jahre, erinnere ich mich noch sehr gut daran. Spannend, wie unser Gedächtnis manchmal funktioniert. Oftmals reicht mein Hirn nicht mal vom Sofa bis zum Kühlschrank. Verwirrt stehe ich dann davor und weiß nicht mehr, was ich überhaupt wollte. Tja, und dann fallen mir wieder Ereignisse ein, die viele Jahre zurückliegen.

Doch kommen wir zur Geschichte, die jetzt auch nicht so besonders spektakulär war, trotzdem habe ich sie noch in Erinnerung. Ich war vielleicht 9 oder 10 Jahre alt und es war ein Winter mit viel Schnee. Ja, damals war viel Schnee im Winter keine Seltenheit. Mit einer Handvoll Kindern aus meiner Straße, bauten wir aus Schnee ein Iglu, oder haben es zumindest versucht. Wobei wir eigentlich gut vorankamen. Mit dicken Schneekugeln aneinander und übereinander gereiht, war das fast fertige Iglu bestimmt 1,5 Meter hoch. Für uns Dreikäsehochs war das eine beachtliche Leistung und soweit ich mich erinnere, hatten wir dazu den ganzen Nachmittag gebraucht.

Fertigbauen konnten wir das Iglu allerdings nicht. Denn ein paar ältere Jungs aus der Nachbarschaft gönnten uns unser Werk nicht. Vor unseren Augen zerstörten sie einfach das halb fertige Iglu. Ich weiß noch gut, wie fassungslos ich war. Trotzdem versuchte ich auf diese Jungs einzureden und wollte sie stoppen. Meine Freunde, die mit mir das Iglu bauten, hielten sich eher zurück. Was sollten sie auch ausrichten, die Jungs waren viel älter als wir. Die Freude an der Zerstörung war den frechen Kerlen förmlich anzusehen, innerhalb wenigen Minuten war unsere mehrstündige Arbeit zertrampelt.

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Es ist bestimmt nicht so, dass diese Geschichte mich irgendwie prägte, doch ganz in Vergessenheit ist sie bei mir auch nicht geraten. Als Kind konnte ich damals nicht begreifen, warum diese Jungs einfach daherkommen und unser Werk kaputt machen wollten. Diese Kinder hatten bei uns im Viertel keinen guten Ruf und zu unserer Clique gehörten sie auch nicht. Wir hatten einfach keinen Draht zueinander. Damals war das nicht das erste und letzte unangenehme Zusammentreffen mit den Jungs. Immer, wenn sich eine Gelegenheit für die Kerle ergab, versuchten sie uns eins auszuwischen.

Heute denke ich manchmal darüber nach, was die Jungs dazu bewegte. War es Neid? Gönnten diese Kinder uns nicht das tolle Iglu, welches wir mit viel Freude und Zeitaufwand erbauten? Oder ärgerten sie sich, dass wir sie nicht mit einbezogen hatten? Vielleicht hätten sie gerne mit am Iglu gebaut?

Doch so ist es nun mal im Leben, egal ob als Kind oder Erwachsene, es passte einfach nicht immer. Was aber nicht bedeute, dass man sich nicht gegenseitig schätzen kann. Ich glaube, ich habe es hier schon öfters erzählt, ich bin eher ein Mensch, der einen kleinen Freundeskreis bevorzugt. Nicht selten habe ich schon miterlebt, welche Unruhen und Lästereien es kommen kann, wenn der Kreis aus vielen Leuten besteht. Von Neid will ich erst gar nicht reden. Das bedeutet aber nicht, dass ich mich vor anderen Menschen verschließe. Für einen Austausch bin ich immer offen und biete meine Hilfe an, wenn ich danach gefragt werde. Ich respektiere, was andere tun, erwarte das aber auch im Gegenzug für mich selbst.

Wie damals als Kind, frage ich mich auch heute noch, was Menschen dazu bewegt, ihre Bosheiten über andere auszuschütten. Welche Gemeinheiten Menschen verbreiten können, sehen wir täglich in den Social Medien. Da gibt es tatsächlich Leute, die nur darauf warten, ihr Gift versprühen zu können. Und das ist vergleichbar mit meiner Iglu-Geschichte. Es gibt Menschen, denen bereitet es Freude, auf das, was andere hervorbringen, herumzutrampeln. Werden sie damit konfrontiert, wird die Meinungsfreiheitskeule ausgepackt.

Schmähkritik hat für mich nichts mit der freien Meinungsäußerung zu tun, sondern eher mit Beleidigungen und Antasten der persönlichen Ehre. Es ist beschämend, was sich manche Leute herausnehmen und wie sie andere Menschen öffentlich niedermachen wollen. Wenn es aber kein Neid ist und nicht in die Meinungsfreiheit reinfällt, was ist dann der eigentliche Grund? Sind die Leute einfach nur boshaft oder fühlen sie sich wegen irgendetwas gekränkt und wollen es auf diese Art zurückgeben.

Ein paar dieser Jungs von damals sind mir auch später, als wir fast erwachsen waren, immer mal wieder begegnet. Es ist halt doch eine Kleinstadt, in der wir leben. Ich bevorzugte es immer, denen aus dem Weg zu gehen. Wer mir nicht wohlgesinnt ist, kann von mir auch keine Wertschätzung erwarten und schon lange keine Freundschaft. (2018 hatte ich schon mal einen Beitrag über Kindheit)

 

Ich bin euch ja noch die Verkündung der Gewinnerinnen des Styleguides schuldig. Je eines der tollen Modebücher von Susanne Ackstaller haben Ilka und Ramona gewonnen. Mein Glückwunsch an die beiden. Zum Styleguide ,,die beste Zeit für guten Stil“, gibt es übrigens auch eine grandiose Buchparty am 24.03.2021, an der jeder gerne teilnehmen darf (solange es noch freie Plätze gibt). Mehr darüber erfahrt ihr auf Texterella

 

 

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8 Kommentare

  1. März 21, 2021 / 8:32 am

    Nochmal vielen Dank! Wir „treffen“ uns dann bei der Buchparty, ich freu mich schon.
    LG Ilka

  2. März 21, 2021 / 8:59 am

    Wahrscheinlich ist dieses „nicht gönnen“ können in vielen Köpfen tief verwurzelt, weil man schon in der Kindheit von einer unzufriedenen Seele mitgerissen wird und es dann eben immer so weiter geht. Es gibt ja immer jemanden, der mehr hat, etwas hat, was man selbst gerne hätte oder etwas kann, was man selbst gerne können würde. Die wahre Kunst und auch die richtige Größe besteht meiner Meinung nach darin, dass ich das für mich erkenne und beim Anderen anerkenne, was erreicht wurde. Der Andere wird mit der Kritik schließlich nicht kleiner, der Kritiker offenbart meistens sein wahres Gesicht.
    Was und wie man etwas sagt, sagt oft mehr über einen selbst aus, als die Kritik wirklich hilft oder aussagekräftig ist, finde ich.

    Ich wünsche Dir einen schönen Sonntag!

  3. März 21, 2021 / 10:11 am

    Ich habe noch ganz viele Kindheitserinnerungen- positive, aber auch negative. 😉 Was diese Schmähkritiken angeht, die haben sich gefühlt seit der Popularität der sog. sozialen Netzwerke verstärkt. Jede/r kann sich hinter einem Profilbildchen verstecken und kann schreiben, was da gerade so in den Sinn kommt. „Corona“ hat das auch nicht besser gemacht. Und schreiben ist ja einfach. Das was da geschrieben wird muss niemandem ins Gesicht gesagt werden. Das würde das Ganze meiner Meinung nach erschweren. Ich habe daraus gelernt, dass ich in meinem Leben auch mal „ausmisten“ muss. Ich muss nicht jedermans Freundin sein.

  4. März 21, 2021 / 11:35 am

    Das erinnert mich sehr an meine Kindheit. Wir hatten immer Gefallen daran im Winter wenn Schnee lag Iglo zu bauen. In der Nachbarschaft war es meistens bei uns im Winter von Schneeballschlachten geprägt, immer Jungs gegen Mädels…daran erinnere ich mich sehr gerne. Natürlich war nicht immer alles Friede, Freude & Eierkuchen, aber heute kann ich mit solchen Situationen besser umgehen.

  5. März 21, 2021 / 12:56 pm

    Liebe Cly,
    so geht es mir auch oft: Ich kann mir nicht vorstellen, was manche so anzetteln. Weil ich selber nie so wäre. Gerade auf Social Media empfinde ich diese Schmähkritik als boshaft bis widerlich. Ich denke immer und so habe ich es auch unseren Kindern beigebracht, nur das zu sagen oder zu schreiben, was man auch persönlich ins Gesicht des anderen sagen würde und sich vorzustellen, wie es wäre, wenn man es selbst gesagt bekommt. Aber es gibt auch heute häufig Eltern, die ihre Kinder nicht regulieren und das werden dann solche Schmähkritiker.
    Danke für deinen Beitrag: Ich finde man kann kritisieren, aber es gibt einen Rahmen für so etwas.
    Und einen kleinen, aber feinen Freundeskreis finde ich auch fein.
    Hab einen schönen Sonntag und liebe Grüße
    Nicole

  6. März 21, 2021 / 5:39 pm

    Oh ja ich erinnere mich auch öfter mal an meine Kindheit. Wie ich mich versteckt habe, wenn es im Hort etwas zum Essen gab was ich nicht mochte. Ähm okay eigentlich jeden Tag :))
    Aber das ist natürlich eine andere Geschichte als Deine. Weshalb manche Menschen so gemein sind ist mir auch oft ein Rätsel.
    Seine Meinung kann man sicher auch auf anständige Art äußern, ohne verletzend oder ungerecht zu werden, da bin ich völlig bei Dir.
    Ich wünsche Dir einen schönen Sonntag Abend, herzliche Grüße Tina

  7. Hasi
    März 23, 2021 / 9:55 pm

    Wie schade um das schöne Iglu, ich glaub, ich wäre als Kind am Boden zerstört gewesen. Schon eigenartig, was in solchen physisch oder psychisch übergriffigen Menschen immer wieder vorgeht, sowohl heute als auch früher. Ich denke aber mal, dass hier bei vielen ein gewisses und unreifes Machtgefühl eine Rolle spielt sowie das Ablenken von eigenen Defiziten. Stolz brauchen sie auf dieses billige Verhalten jedenfalls gewiss nicht sein und glücklich werden die damit sicherlich auch nicht. Ich bleibe lieber mal bei meinen geheiligten Lebensdevisen „Leben und leben lassen“ und “ Was du nicht willst, dass man die tut…“ – kann ich jedem nur wärmstens empfehlen!
    Liebe Grüße und morgen einen schönen Mittwoch
    Hasi

    • Hasi
      März 23, 2021 / 10:37 pm

      Ich fass es nicht – meine Autokorrektur macht Schleichwerbung, ja, geht’s noch! Also gut: *Iglo. Und darauf einen Spinat bitte! 😉😄

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