Im Bloggerinterview Bibi von Schokoladenjahre

Mein Sonntag-Post ist mal wieder ein Bloggerinterview, worüber ich mich auch sehr freue. Finde ich es doch selbst immer aufregend zu lesen, welche Antworten die Damen auf meine Fragen haben. Generell sind meine ausgewählten Frauen immer sehr besonders und nicht ohne Grund lade ich sie zu meinen Interviews ein. Auch heute wieder, habe ich eine spannende Frau um ihre Meinung über Mode und Stil gebeten: Bibi von Schokoladenjahre. Bibi folge ich auf Instagram und sie begeistert mich mit ihren tollen Looks täglich auf`s Neue.

Magst du etwas über dich erzählen?
Ich bin 55 Jahre alt, von Hause aus eine ‚waschechte kölsche Mädsche‘ und unendlich stolze Mutter von Valentina, meiner wundervollen 26 jährigen Tochter.  Ich habe 25 Jahre als Interior Designerin gearbeitet, und bin in dieser Zeit oft umgezogen, von Köln nach Zürich und Ascona, Frankfurt und jetzt München. Oft kommt es im Leben anders, als man denkt und so riss mich ein schweres Burnout kurz vor meinem 50. Geburtstag aus der gewohnten Bahn. Ich brauchte lange um mich zu erholen und entschied mich dann, meinen Beruf an den Nagel zu hängen und unter die Blogger zu gehen.

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Nun zu deinem Blog Schokoladenjahre. Über was schreibst du und was hat dich bewegt, diesen zu starten.
Ich zog aus beruflichen Notwendigkeiten meines Mannes mal wieder um, diesmal ins schöne München. Doch ich kannte dort keinen Menschen und meine Tochter, selbst in Köln ansässig, kam dann die Idee des Blogs. Ich schrieb zu dieser Zeit mein Buch Schokoladenjahre und so riet sie mir, die Themen meines Buches in einem Blog zu verarbeiten, so hätte ich die Chance, andere Blogger oder Leserinnen kennenzulernen. Ich hatte damals, vor jetzt genau 2 Jahren, keine Ahnung von den sozialen Medien, ob Facebook oder Instagram, geschweige denn von Blogs und Bloggern. Dazu dachte ich, so ‚ältere Damen‘, wie ich es bin, gehörten nicht mehr in solche Medien. Doch Valentina blieb beharrlich, kam zu mir in den Süden und richtete mir Instagram ein, damit ich erstmal damit starten könnte.

Unser Deal war, nur einen Blog zu gründen, wenn ich bei Instagram nach 6 Monaten wenigstens 1000 Follower hätte. Diese Vorgabe erreichte ich dann irgendwie nach nur 2 Monaten und so startete ich im Juli 2017 mit meinem, damals ziemlich unprofessionell und selbst zusammengeschusterten, Blog Schokoladenjahre. Wie oben erwähnt, greife ich in meinem Blog die Themen meines Buches auf, das hoffentlich auch irgendwann dann mal fertig wird.  Aber mein Buch geht viel tiefer rein, dort spreche ich ehrlich und unverblümt über die vielen Stolpersteine in meinem Leben, an denen ich fast zerbrochen wäre, sie dann doch bewältigt habe und vor allem aber, was sie am Ende aus mir gemacht haben. Welchen Stellenwert mein Äußeres bei diesem Kampf zurück ins Leben hatte und bis heute immer noch hat und warum ich unendlich dankbar für diese vielen Schicksalsschläge bin, ohne die ich heute sicher nicht die wäre, die ich jetzt bin…. und auch nie den Mut zum Bloggen gefunden hätte.

Ich habe meine Leben lang immer nur brav und tüchtig funktioniert, doch mittlerweile träume ich nicht von meinem Leben, sondern lebe meine Träume. Deshalb genieße ich jetzt diese Zeit und mein Alter, meine tollen Schokoladenjahre, in vollen Zügen. Ich habe in den Tälern meines Lebens gelernt, wieviel ich aus meinem eigenen Körper herausholen kann, wenn ich nur will und meine Komfortzone bereit bin, mal zu verlassen. Genauso habe ich gelernt, auch mal an mich zu denken und neue Wege zu gehen, ob beruflich oder privat. Auch mit meinem Style habe ich mutig meinen ureigenen Weg gefunden, folge mittlerweile selbstbewusst meiner Intuition und Kreativität und nicht mehr irgendwelchen Trends oder vorgeformten Meinungen. All das sind Themen meines Buches und in verkürzter und stärker bebilderten Form auch meines Blogs und Instagrams.

Was aus Spaß begann, ist Ernst geworden, und dieser Ernst macht viel Arbeit, aber noch mehr Spaß!
Ich möchte mit meinen Schokoladenjahren tolle Frauen in meinem Alter animieren, inspirieren und Mut machen und oft auch mit ihnen zusammen, Hand in Hand, durch diese tollen Jahre spazieren.

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Wie würdest du deinen eigenen Stil beschreiben?
Mein Stil ist ein typischer ‚Bibi Style‘, wie viele ihn nennen. Ureigen, unabhängig und immer fast ein bisschen zu perfekt (ein großes Manko von mir, Lieber Gott, bitte schenke mir mehr von diesem ‚Laissez faire‘ 😉 …..).  Er ist ein Mix aus Eleganz und effortless Chic, aus moderner Klassik mit vielen Hauchs ausgefallener Details.

Was ist dein persönliches Markenzeichen?
Wenn ich den vielen Kommentaren und Zuschriften Glauben schenken möchte, dann ist es meine Authentizität, meine Kreativität, meine Perfektion, mein Optimismus und meine Stilsicherheit.

Woher bekommst du deine Inspiration für deine Outfits?
Meistens aus meiner kreativen Seele. Ich stehe in meiner Ankleide und kombiniere, was das Zeug hält …. Gott sei Dank habe ich dort genügend Platz ;-).  Aber auch von meinen lieben Instakolleginnen hole ich mir so manche Stylingideen, da wird uns ja so einiges Tolles geboten tagtäglich.

Hat sich dein Stil, seit du über 40 bist verändert?
Ü40 war ich noch ein modisch angepasstes Mäuschen, die Mann und Eltern gefallen und der hypermodischen Schwester nacheifern wollte. Erst nach meiner schweren Krankheit mit Ende 40 habe ich den Mut zu meinem eigenen Style gefunden, der sich seitdem auch immer authentischer und selbstbewusster entwickelt hat.

Mit meiner Einstellung zum Leben und zu mir selbst und meinem erstmals gewonnenen Mut, hat sich auch der Stil verändert. Ich spüre, wie mein Styling und meine Persönlichkeit immer stärker zu einer Einheit verschmilzen, worüber ich sehr glücklich bin.

Glaubst du an Moderegeln und was bedeuten sie für dich?
Sicher gibt es Regeln in der Mode, wie in allen Bereichen und sie helfen unsicheren Menschen auf die Sprünge, genauso wie Berater und Stylisten es tun. Ich persönlich mag diese Regeln nicht so, denn sie hemmen meine eigene Kreativität und die Bandbreite an persönlichen Entfaltungsmöglichkeiten, dazu verunsichern sie viele auch mehr, als dass sie helfen:

Ob ’Schwarz macht alt’, ‚Gelb steht keinen Blondinen‘, oder ‚Overknees und Shorts nicht über 45‘ ….. für mich alles viel zu pauschal.  Ich ersetze die Regeln viel lieber durch Leidenschaft, Kreativität und eine gesunde Selbstkritik.

Warst du schon immer modebegeistert?
Oh ja, ich wollte immer Modedesign studieren, doch meine Eltern haben es nicht erlaubt und ich war leider damals zu brav und angepasst, um meinen Träumen zu folgen. Doch heimlich während meines Interieurstudiums in Florenz habe ich einige Jahre bei Luisa Via Roma gearbeitet und vorher bei Caren Pfleger in Köln. Viel gelernt habe ich auch von meiner modebewussten älteren Schwester, die mir immer gesagt hat, was gerade up to date ist.

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Warum ist es für dich wichtig, wie du aussiehst?
Wie ich oben schon angedeutet habe, gibt mir mein Aussehen Sicherheit, denn ich bin immer ein sehr selbstunsicherer und stark selbstzweiflender Mensch gewesen. Dazu bin ich eine leider sehr ausgeprägte Perfektionistin und Ästhetin, ob in der Mode, im Interieur oder im Leben. Ich wirke auf den ersten Blick sehr tough und eloquent, doch von Hause aus bin ich eher schüchtern und etwas eigenbrötlerisch. Mein Aussehen, meine äußere Hülle sozusagen, verleiht mir irgendwie Schutz und ermöglicht mir ein wenig wohlwollende Distanz.

Und ich tu’s einzig und allein für mich…. war ja auch der Tenor meines vorletzten Blogposts ‚wie schön muss ich mit 50 sein?‘!

Folgst du Trends? Und wenn, welcher ist für dich gerade angesagt?
Nein ich folge keinen Trends, ich lasse mich nur durch sie inspirieren und freue mich, durch das eine oder andere meine sonst eher klassichen Looks etwas aufzupimpen. Ich bin auch keine Modebloggerin, sondern mein Fokus liegt auf den Bereichen Styling, Vitality und Anti-Aging.

Ob Radlerhosen oder ‚brachiale‘ Sneaker, Tüllröcke oder Lackleder… alles nichts für mich, diese Trends bewundere ich lieber an anderen. Stattdessen habe ich mir gleich zwei Paar der angesagten Balenciaga Pumps mit dicker Metallschnalle gegönnt, so verliebt bin ich darin.

Hast du einen Mode- und Styling-Tipp für die Frau über 40?
Mein größter Tipp ist mehr allgemeiner Art… je älter ich werde, desto mehr wird die Perfektion meiner optischen Erscheinung von meiner Ausstrahlung überdeckt. Egal ob ‚in Würde altern‘ oder tendenziell ‚jünger erhalten‘, ob Kleidergröße 34 oder 42, Hauptsache ich fühle mich wohl und mag mich, so wie ich bin. Dabei immer nur auf mich selbst schauen, bloß nicht nach links und rechts oder auf die Meinungen anderer hören. Wenn ich hingegen unzufrieden bin mit meinem Aussehen, dann lieber schnell raus aus der Komfortzone und etwas ändern, statt lamentieren und mich auf meine schlechten Genen zu berufen.

In diesem Sinne mein Rezept für gutes Styling: 500g Leidenschaft, 3 Esslöffel ureigene Intuition und immer ein Prise gesunde Selbstkritik , alles gut mischen und dann vor einen großen Spiegel stellen und sich von allen Seiten, betrachten.  (Licht von oben meiden :-)) Wenn dieser Anblick dann ein Lächeln in mein Gesicht zaubert, ist das Styling gelungen, und es schmeckt mir selbst und sicher auch den anderen.

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Was für Pläne hast du für deinen Blog und wie siehst du die Entwicklung in den nächsten Jahren?
Mein Blog und Instagram, aber auch viele beratende Tätigkeiten, die sich daraus ergeben haben, sind längst für mich zu einem fulltime Job geworden, der mich 7 Tage die Woche rund um die Uhr auf Trab hält. Mein ganz persönlicher Wunsch ist es noch, endlich die Zeit und Muße zu finden, mein längst überfälliges Buch zu beenden. Es ist eine ganz große Herzensangelegenheit von mir, die mir auch die Möglichkeit gibt, vieles Erlebtes noch besser zu verarbeiten. Zur Bloggerei bin ich gekommen wie die Jungfrau zum Kind und ich bin sehr gespannt, wo mich und uns Blogger allgemein diese Reise noch hinführt. Ich würde mir für uns alle wünschen, dass unsere extrem fleißige und gute Arbeit in Zukunft auf noch mehr Anerkennung und Respekt stoßen würde, ob in der Familie und im Freundeskreis, wie auch in der gesamten Berufswelt, von der wir immer wieder noch etwas von oben herab belächelt werden.

Mein größter Ansporn sind aber die wundervollen Zuschriften und Reaktionen, die wir sicher alle bekommen und die das Fundament unserer Motivation bilden, wofür ich immer nur wieder Danke sagen kann. Genauso möchte ich Dir, liebe Claudia, Danke sagen, für Deine wundervolle Blogarbeit, Dein Engagement unter uns Bloggern und für die Möglichkeit, hier bei Dir über mich plaudern zu dürfen. Das ist nicht selbstverständlich!

Vielen Dank für das schöne Interview, liebe Bibi. Es war sehr spannend mehr über dich zu verfahren. Weitere lesenswerte Interviews findet ihr hier:
Bärbel, Sabina und Conny

9 Kommentare

  1. Juni 9, 2019 / 8:24 am

    Ein toller Beitrag! Und danke euch Beiden, dass Ihr die Zeit genommen habt für das tolle Interview. Ich bewundere sehr ihre Sichtweise und diesen Stil, insbesondere da ich selbst aus dem Umfeld liebe Menschen kenne, die mit einem Burnout zu kämpfen hatten, und wie schwer es ist wieder ins Leben zu kämpfen.

  2. Juni 9, 2019 / 9:31 am

    Was für ein spannendes Interview! Sehr interessant! Besonders, dass selbst Frauen wie Bibi, die geradezu perfekt aussehen, immer noch Selbstzweifel haben.

    Liebe Grüße!

  3. Iris Lingen
    Juni 9, 2019 / 2:59 pm

    Ein tolles und ehrliches Interview,lieben Dank an euch beide
    Liebe Grüße Iris

  4. Monika Beister-Erdmann
    Juni 10, 2019 / 8:07 am

    Ein super tolles Interview. Sehr interessant. Vielen Dank an Euch.
    Liebe Grüsse Monika

  5. Juni 10, 2019 / 1:35 pm

    Vielen Dank für das spannende Interview. Schokoladenjahre gehört zu meinen Lieblingsblogs. Eine andere Bloggerin vorzustellen ist nicht selbstverständlich.
    Liebe Grüße
    Alice

  6. Claudia
    Juni 11, 2019 / 8:51 am

    Hallo liebe Cla,
    ein sehr interessantes Interview. Ich finde es immer interessant, etwas mehr über Frauen meines Alters zu erfahren, auch wenn ich nicht unbedingt deren Blogs lese.
    Außerdem finde ich es richtig schön von dir, andere Bloggerinnen vorzustellen. Ohne zu befürchten, dass Leserinnen abwandern.
    Ganz liebe Grüße
    CLaudia

  7. Juni 11, 2019 / 9:55 am

    Hallo liebe Cla, was für ein schönes Interview von zwei tollen Frauen.
    Ich folge Bibi auch schon, wie ich es erfahren haben, wohl schon seit Anfang an und ich bewundere ihre Offenheit und Ehrlichkeit.

    Danke!

    Liebe Grüße
    Isabella

  8. Juni 11, 2019 / 8:04 pm

    Ein sehr schönes Interview mit Bibi, das mich an meinen eigenen Burnout erinnert hat. Ich verfolge Bibi seit einiger Zeit auf Instagram und bin verzaubert von dieser Ausstrahlung, die sie hat. JA, sie sieht toll aus und JA, sie ist immer perfekt gestylt. Aber am Schönsten ist ihre warme Ausstrahlung, die auf jedem Foto zu sehen ist. Ganz wunderbar. 😊

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