Älterwerden in Würde ist nicht immer so leicht

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Den Spruch ,,Altwerden ist nichts für Feiglinger“ haben wir sicher alle schon mal gehört und ich gebe zu, da ist nach meiner Meinung was dran. Ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, das Älterwerden macht mir überhaupt nichts aus. Vielleicht sollte ich das in Zeiten von Hashtags wie Bodypositive gar nicht so laut herausposaunen. Doch um es mal mit meinen Worten direkt auszudrücken: Älterwerden ist manchmal richtig kacke. Nicht komplett, doch es gibt Momente, da wünsche ich mir meinen 38 jährigen Körper zurück.

Ich höre und lese immer wieder von Frauen in meinem Alter, dass sie kein Problem damit hätten, älter zu werden. Sie altern mit Würde, finden ihre Falten sogar attraktiv. Schließlich sind das ja Lachfalten und die würden ein Gesicht erst interessant machen – Falten wären die Zeichen des Lebens. So eine Einstellung dazu zu haben, finde ich großartig. Nur sehe ich es nicht ganz so entspannt, denn körperlich zu altern ist nicht immer lustig. Deshalb werde ich heute mal in Würde jammern.

glamupyourlifestyle aelterwerden koerper-wohlfühlen Tena ue-40-blog ue-50-blogFoto: Gaby Gerster

Genau genommen sind es nicht mal die Falten, die mich nerven, sondern dass alles irgendwie länger dauert. Eine Verletzung braucht Wochen, bis sie abgeheilt ist oder ein blauer Fleck, ist bei mir ewig sichtbar – von meinen Besenreiser, die ich jeden Winter mit Verödungen versuche in Schacht zu halten, will ich erst gar nicht sprechen. Wenn ich mal mit Freundinnen aus war und richtig spät ins Bett gekommen bin, dauern die Regenerationsphasen immer länger. Ich habe das Gefühl, den fehlenden Schlaf kann ich gar nicht mehr nachholen.

Wo ich gleich beim nächsten Punkt wäre: Schlafprobleme. Gut, die hatte ich schon immer. Doch Wechseljahre bedingt hat sich das Problem bei mir drastisch verschlimmert. Von den Kissenfalten im Gesicht, mit denen ich täglich aufwache, mal ganz abgesehen. Früher waren die nach wenigen Stunden verschwunden. Heute sind sie selbst nach einer Woche noch da bzw. graben sich dauerhaft ins Gesicht ein. Damit muss man erstmal lernen umzugehen.

Mit meinen gleichaltrigen besten Freundinnen geht es in jeder zweiten Unterhaltung über unsere Krankheiten. Gefühlt tut sich bei uns körperlich jede Woche eine neue Baustelle auf. Mal geht es um kleine Zipperlein, mal um größere Wehwehchen. Zum Glück sind wird nicht wirklich ernsthaft krank. Doch es ist nicht gerade berauschend, wenn morgens beim Aufstehen meine Gelenke schmerzen und ich mich erstmal Recken und Strecken muss, um gerade ins Bad laufen zu können. In meinen 30er Jahren bin ich noch ins Fitness-Studio gegangen, um meinen Körper knackig zu halten, jetzt liegt beim Cardio-Training mein Augenmerk auf meine Gesundheit. Waren es bei mir mit 40 die Falten und der erste optische Verfall des Körpers, die mich störten, kippt bei mir gerade die Eitelkeit zugunsten der Gesundheit.

Selbstverständlich will ich nicht nur jammern, das Älterwerden hat auch eine Menge Positives. Es liegt auch nicht in meiner Natur frustriert zu sein, nur weil ich auf die 60 zugehe. Älterwerden gehört nun mal zum Leben dazu. Wer das nicht akzeptieren kann, muss eben jung sterben. Aber selbst dazu bin ich wohl inzwischen zu alt. 😉 Doch ich möchte auf keinen Fall mehr 20 oder 30 Jahre alt sein – obwohl ich in diesen Jahren auch wundervolle Zeiten durchlebt habe. In der Natur hat eben alles seine Zeit.

Anstatt sich zu sehr mit Äußerlichkeiten zu beschäftigen, finde ich es viel wichtiger, jeden Tag das machen zu dürfen, was Freude bereitet und Erfüllung bringt. Und dabei mit Menschen zusammen zu sein, die ich liebe und schätze. Das ist ein Privileg, das nur ganz wenige Menschen genießen und das man sich im Verlauf seines Lebens häufig erst schaffen muss.

Heute habe ich das Gefühl, mehr ich selbst zu sein, als jemals zuvor. Es gibt so vieles, dass heute besser ist. Ich bin in viele Dingen gelassener. Ich fühle mich entspannter und selbstbewusster mehr denn je. Altern hat eben auch was mit innerlichem Wachsen zu tun. Wichtig ist, dass wir neugierig auf das Leben bleiben. Spaß daran zu haben und sich Inspirationsquellen zu suchen. Das hält schließlich auch den Geist fit.

Dass sich heute Frauen so intensiv mit dem Älterwerden beschäftigen, ist sicher auch eine Folge einer an Jugendwahn leidenden Medien- und Marketingwelt. Der Druck auf älter werdende Frauen ist heute so groß, dass fast schon ein Wettbewerb darüber entstanden ist, wer „besser“ altert. Wenn Frau heute nicht zu allen Möglichkeiten greift, die die moderne Beauty- und Fitness-Industrie zu bieten hat, wird sie schief angesehen.

Ich finde, dem Körper mit der nötigen Nachsicht zu begegnen, wenn er die ersten Zipperlein entwickelt und die liebevolle Fürsorge für das eigene Ich sind gute Begleiter, um zu altern. Zusammen mit einer Neugierde, die nie aufhört und die immer wieder Neues im Leben entdecken möchte, können wir Frauen getrost die Jahre begrüßen, die vor uns stehen, auch wenn es mal wieder wo zwickt.

Wer jetzt denkt, ich hätte mich zu sehr über das Älterwerden beklagt, dem antworte ich mit einen Satz aus dem #ageless Video auf der TENA Seite: ,,Tja, es geht hier nicht um dich, es geht um mich!“ In dem Video wird auf sehr sensible Weise über das Thema Inkontinenz gesprochen. Unbedingt mal reinklicken!

Wie geht ihr mit dem Älterwerden um? Alles super und jede neue Kerbe im Gesicht wird freudig begrüßt, da es ja Lachfalten sind oder würdet ihr körperlich die Zeit gerne noch etwas anhalten?

 

Mit meinem Blogpost bin ich ein Teil der TENA Kampagne #ageless. Für TENA hatte ich bereits einen Beitrag im Juli 2019 und aktuell hat auch Annette von Lady of Style über das Älterwerden geschrieben.

 

 

 

 

 

4 Kommentare

  1. Iris Lingen
    März 15, 2020 / 8:27 am

    Liebe Cla,
    danke für deine ehrlichen Worte,
    hätte ich dein Talent zu schreiben, könnte dein heutiger Blogpost von mir sein.
    Je mehr Sport ich mache, umso mehr tut mir alles weh.Sport ist Mord (ab 50).Natürlich mit einem Augenzwinkern.Meine Mutter ist 86 Jahre alt und hat Fibromyalgie.Sie ist noch sportlich, gesellig, sehr eitel und modewusst, jammert tatsächlich trotz ihrer starken Schmerzen nie.Da kann ich mir nur eine Scheibe abschneiden, sie ist mein größtes Vorbild.
    Liebe Grüße Iris und bleib gesund liebe Cla

  2. Monika
    März 16, 2020 / 8:39 am

    Liebe Claudia!
    In ein paar Wochen werde ich 62 Jahre. Dank guter Gene, frühzeitiger Pflege, relativ gesunder Ernährung und viel Spaß, bin ich ziemlich gut in Schuss😂. Also im Moment alles gut! Aber es stimmt natürlich, jedes Zipperlein dauert länger bis es wieder verschwindet und der Blick in den Spiegel zeigt mir kein jugendliches Gesicht sondern: völlig ok für mein Alter.
    Meine Mutter (95)hat bis zu ihrem 93. völlig selbstständig ihren Alltag gehändelt und ist täglich 3x mit dem Hund spazieren gegangen.
    Meine Devise ist: machen was nötig ist und versuchen jeden Tag zu genießen. Gerade in der aktuellen Situation wird mir mal wieder ins Gedächtnis gerufen, wie fragil unser Leben doch ist. Wie schnell kann unser Leben auf den Kopf gestellt werden.
    Liebe Grüße aus Hannover
    Monika

  3. Kerstin H.
    März 16, 2020 / 4:13 pm

    Guten Tag, liebe Claudia,
    ja, ich merke es auch mit meinen 57 Jahren. Jede Verletzung oder Erkältung auszukurieren, dauert ewig – hinzu kommt, dass ich vor 2,25 Jahren eine Krebserkrankung hatte. Ich bin einfach nicht mehr so belastbar. Was mich aber besonders nervt, ist, dass sich durch 4x die Woche Sport und eine ausgewogene und gesunde Ernährung bei meinem Körper nicht wirklich etwas tut – er ist ein richtiges Sensibelchen geworden. Aber gut, was soll das Gejammere, 20 oder 30 möchte ich auch nicht mehr sein. Es ist wie es ist und man kann nur versuchen das Beste daraus zu machen.
    Bleib gesund und komm gut durch diese angespannte Zeit.
    Herzliche Grüße Kerstin (fisch1963)

  4. März 17, 2020 / 2:05 pm

    Hallo Ihr Leserinnen
    Frau entkommt dem Thema älter werden nicht – von allen Seiten erfährt man wie man nicht älter wird. Mich nervt das manchmal. Ich war – kann es kaum glauben – 65 ? Ich ignoriere es einfach – natürlich tu ich was für mich und mag gut aussehen. Wichtiger ist mir aber meine Gesundheit – wenn ich mal 70 werde will ich auch noch fit und interessiert sein. Vor einem Jahr habe ich angefangen Gesangunterricht zu nehmen, da hören die meisten schon auf! Ich höre mit nichts auf was mir Freude macht! Ich habe halt auch Glück mit meiner Konstitution – herzliche Grüße aus Österreich. Gabi

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