Zeit ist jetzt – mach was draus

Leute, ich will euch ja nicht die Vorfreude auf den Sommer nehmen, doch ich möchte es nur mal erwähnt haben: in knapp zwei Monaten gibt es in den Supermärkten Lebkuchen zu kaufen. Warum der Handel uns mitten im Sommer Weihnachtsgebäck vor die Nase setzt, will ich jetzt gar nicht ausführlich besprechen. Das Erschreckende für mich ist vielmehr die Erkenntnis, dass wir dann schon wieder in großen Schritten Richtung Jahresende zugehen. Ja die Zeit vergeht im Fluge.

Das Jahr hat doch gefühlt erst angefangen. Ich könnte ja jetzt fragen, wo sind die letzten Monate geblieben. Doch dieses Jahr ist sowieso alles anders als sonst. Doch von der Corona-Krise mal abgesehen, wir hätten jetzt so oder so Mitte Juni. Geht es nur mir so, oder empfindet ihr mit zunehmendem Alter auch, dass die Zeit immer schneller vergeht?

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In meiner Kindheit hatte ich immer das Gefühl, die Tage, Monate und Jahre vergehen im Schneckentempo. Damals kam es mir vor, als würde ein Sommer ewig dauern. In der Schule erschienen mir die sechs Wochen Sommerferien endlos und danach zogen sich die Monate bis Weihnachten immer ewig hin.

Aber auch als junge Erwachsene hatte ich ein anderes Zeitgefühl. Zudem bin ich seinerzeit mit den Wochen und Monaten anders umgegangen. Manchmal konnte ich es Montags kaum erwarten, bis es Wochenende wurde. Wenn irgendwelche besondere Ereignisse anstanden, sei es den Führerschein machen oder mit der Freundin den Urlaub in Italien verbringen, hätte ich am liebsten an der Uhr gedreht. Ich erinnere mich, dass meine beste Freundin und ich, Monate vor unserem Urlaub, die Tage im Kalender abharken. Selbstverständlich haben wir dazwischen auch gelebt, doch ich glaube nicht so bewusst, wie ich es heute tue.

Über dieses unterschiedliche Zeitempfinden in jungen Jahren und mit dem Älterwerden, gibt es auch Studien. Forscher haben festgestellt, dass neuartige Erlebnisse das Gefühl für Zeit dehnen. Und gerade als junger Mensch erleben wir ja so viel Neues, wie die erste Liebe, die erste eigene Wohnung, der erste Job und auch der erste selbst gekaufte Lebkuchen im September (Ja, damals gab es Weihnachtsgebäck immer ,,erst“ im September).

Für ältere Menschen dagegen, rast gefühlsmäßig die Zeit viel schneller. Einfach, weil nicht mehr viel Neues passiert. Wir haben alles schon viele Male erlebt. Ich habe über 50 Geburtstage und Weihnachtsfeste hinter mir. Manchmal ertappe ich mich bei dem Gedanke ,,Was, schon wieder soweit“. Doch wenn neue Erlebnisse das Zeitgefühl in die Länge ziehen, können wir das Empfinden auch ein wenig beeinflussen, indem wir unser Leben mit neuen Dingen füllen. Das können neue Hobbies sein, fremde Sprachen lernen oder mal ganz andere Länder bereisen (wenn das wieder möglich sein ist).

Übrigens warte ich heute nicht mehr bereits Montags sehnsüchtig auf das Wochenende. Ebenso habe ich das hadere mit den Jahreszeiten aufgegeben. Noch vor ein paar Jahren habe ich jeden Winter verflucht. Einfach, weil ich die kalten, grauen Monate nicht leiden mag. Ich  habe ich immer gehofft, dass der Winter schnell vorübergeht. Heute weiß ich, jede Jahreszeit hat seine Reize und genieße auch die Wintermonate. Jeder Tag ist ein Tag in meinem Leben. Das hört sich vielleicht abgedroschen an, doch es ist so.

Dazu fällt mir ein Zitat ein, welches ich irgendwann mal gelesen habe: ,,Wir werden an einem Tag geboren. Wir sterben an einem Tag. Wir können uns an einem Tag ändern. Wir können und an einem Tag verlieben. Alles mögliche kann an einem Tag passieren“. Die Zeit hat ihr eigenes Tempo, doch wir können etwas daraus machen.

 

Ihr möchtet noch etwas bei mir weiterlesen? Hier ein Beitrag vom Juli 2016 – Wahnsinn was die zeit vergeht ;).

 

 

 

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5 Kommentare

  1. Moni
    Juni 14, 2020 / 11:45 am

    Hey Cla,
    das hier und jetzt wird irgendwann noch viel wichtiger, wenn man merkt, dass das Leben nun eben doch endlich ist. Früher denkt man da nicht so dran, da ist es noch zu weit weg. Ich habe aktuell einen nahestehenden Menschen, den ich bald verlieren werde. Da zählt jeder Tag, ob Montag oder Freitag, Sommer oder Winter.
    Liebe Grüße

  2. Juni 14, 2020 / 12:00 pm

    Liebe Cla,
    ich habe gestern auch gedacht, da steht die Welt wegen des C-Worts still und trotzdem ist schon Juni. Und ja, ich empfinde auch, dass alles so schnell geht. Manchmal ist es ja auch gut, aber immer?
    Mit einem feuchtkalten und grauen Winter kann ich mich nicht abfinden- das mag ich nie.
    Ansonsten bin ich bei dir und wünsche dir einen wunderbaren, langsam vergehenden Sonntag,
    Liebste Grüße
    Nicole

  3. Juni 14, 2020 / 12:21 pm

    Komm mir bloß nicht mit den Lebkuchen, ganz vergessen das es bald ja anfängt und von den Temperaturen könnte man meinen wir sind gerade im Herbst…aber ich empfindd es ähnlich…jeden Tag genieße ich noch bewusster, insbesondere jetzt in der krise…denn es kann wirklich alles an einem Tag passieren

  4. Ralf
    Juni 14, 2020 / 4:16 pm

    Liebe Cla,
    danke für die Erinnerung, hätte ich doch glatt vergessen, dass es bald wieder Lebkuchen gibt. 🙂
    Stimmt, die Zeit rennt manchmal dahin und wie Du schreibst, kann man die Zeit wirklich “
    entschleunigen“, mit Hobbys und sonstigen neuen Herausforderungen.
    Früher konnte ich den Winter auch nicht leiden, aber seit einigen Jahren hat sich das geändert. Erstens sind die Winter nicht mehr so kalt und zweitens wäre es doch schade, die kuscheligen Winteroutfits nicht zu tragen.
    Tolle Leohose
    Liebe Grüße
    Ralf

  5. Claudia
    Juni 15, 2020 / 4:00 pm

    Nein, nein, meine Liebe,
    noch nicht an Lebkuchen denken. Jetzt kommt bitte erst mal der Sommer mit schwimmen in Seen, Schwimmbädern und wenn es sein muss auch mit Maske. Nicht schon an den Herbst denken, der Sommer ist ja noch gar nicht da genau genommen.
    Die Zeit wird knapper. Das empfinde ich auch so. Erstens brauche ich länger für Sachen, die früher schneller bei mir gingen. Irgendwie, irgendwann will man auch seine Freundschaften pflegen, aber denen geht es ähnlich wie mir, Zeitknappheit. Bleibt wenigstens das Telefon.
    Liebe Grüße
    Claudia 🙂

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